Klimagipfel in Kopenhagen

“Zippert zappt” von Hans Zippert 21. Dezember 2009, Die WELT:

Der Klimagipfel in Kopenhagen war ein gigantischer Erfolg, mit dem man in dieser Form eigentlich nicht rechnen konnte. Noch vor der Verabschiedung des Schlussdokuments senkten die Regierungen die Temperaturen auf der nördlichen Halbkugel um über 20 Grad. Spanien gab Kältealarm für das ganze Land, in den Niederlanden legte der Schneefall den öffentlichen Bahnverkehr lahm, im Eurotunnel froren die Züge fest, in Paris die Gesichtszüge von Sarkozy. Russland denkt über die Wiedereinführung des Kalten Krieges nach. Die amerikanische Ostküste ist wegen Glatteis geschlossen, die Bürger tätigten wegen Sturmwarnungen Hamsterkäufe. Warum die Menschen bei Gefahr ausgerechnet Hamster kaufen, gehört zu den ungelösten Rätseln unserer Zeit. Doch zurück zum Klima: In Washington wurde der Notstand ausgerufen, Präsident Obama konnte nicht mit dem Präsidentenjet landen, sondern musste mit einem umgebauten Heizlüfter ins Weiße Haus fliegen. Als Angela Merkel aus Kopenhagen zurückkehrte, herrschten in Deutschland Temperaturen von bis zu minus 20 Grad. Die Kanzlerin zeigte sich hochzufrieden mit dem Erreichten, warnte aber vor Übertreibungen.