Duisburg: Der Skandal, der keiner ist

Die deutsche Polizei bricht in die Wohnung eines völlig unbescholtenen Duisburger Bürgers ein, um die israelische Flagge zu entfernen. Für mich ein ungeheuerlicher Skandal. Aber in unseren Medien findet dieser Skandal fast nicht statt. Zeitungen berichten erst mit mehrtägiger Verspätung, und im Fernsehen habe ich noch nichts darüber gesehen. Und dabei würde das auf die erste Seite aller Tageszeitungen gehören und als erste Nachricht in alle Fernsehnachrichten. Und zwar nicht nur einmal, sondern tage-, wochen-, monatelang. Aber klar, es ist leichter, israelische Luftangriffe zu verurteilen, als die Aufgabe unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung durch Einknicken vor dem islamistischen Mob zuzugeben.
Islamisten kritisieren, das könnte nämlich gefährlich werden, Israel kritisieren hingegen nicht.
Auch Politiker sind erst Tage später aufgewacht und verurteilen jetzt die Polizei, dabei müssten sie sich an die eigene Nase fassen. Wer ist denn dafür verantwortlich, dass so wenige Polizisten vor Ort waren? Wer verharmlost denn die Gefahr, die von Islamisten ausgeht so oft? Wer sagt denn Opern und Ausstellungen ab, aus Angst vor Islamisten? Und wo bleibt die klare Stellungnahme des Ministerpräsidenten?
Und zur Entschuldigung des Duisburger Polizeipräsidenten kann ich nur sagen: Es geht hier nicht um Gefühle „insbesondere jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger“, es geht um nichts weniger als unseren Rechtsstaat.

Update: Leider habe ich gestern Abend nicht „Kontraste“ gesehen, dort wurde über die anti-israelischen Demonstrationen in Berlin und Duisburg berichtet. Das eingestellte Video („Antisemitismus in Berlin und Duisburg“, 15.01.2009) ist allerdings insgesamt nur 1 Minute und 6 Sekunden lang, 48 Sekunden Berlin, ganze 18 über Duisburg. Vielleicht war der Originalbeitrag ja länger? Aber immerhin wurde berichtet, und man konnte in dem Beitrag über die Berliner Demonstration ganz deutlich die Rufe „Tötet die Juden!“ hören. Und was sagt der Bürgermeister dazu? Berlin ist antisemitisch – und das ist auch gut so?

Inhaltsangabe zum Kontraste-Beitrag „Antisemitismus in Berlin und Duisburg“ von der Kontraste Website:

Berlin am Sonnabend. Massenprotest gegen den Krieg im Gaza-Streifen. Fast 9000 Menschen sind auf der Straße, die meisten Palästinenser und radikale Islamisten. Elf Demonstranten werden wegen Volksverhetzung festgenommen. Berlin im Jahr 2009.
Am selben Tag in Duisburg. Hier reißt die Polizei zwei Israel-Fahnen herunter. Unter dem Beifall der Menge. Erst drei Tage später hält die Polizei es für nötig, sich für diese Aktion zu entschuldigen. Szenen in Deutschland.