There is a funny background story to how I got to know about line dance:
I actually did not know anything about it until I saw this movie: “Willkommen im Westerwald!” (“Welcome to Westerwald!”) on German TV this summer (August 6th).
The movie is about Ahmad, an Iraqi who worked as a translator for the American Army in Iraq. At that time he learnt how to line dance from an American soldier. He then seeks for asylum in Germany and ends up in a village in Westerwald. There he starts teaching line dance to the villagers and creates a real line dance fever. The “Sunshiners” even end up taking part in the German line dance championships. Very sweet and funny movie, and for a change not anti-American at all! I hope they will soon show it again on TV.
Pictures and summary in German:
Willkommen im Westerwald - 06.08.2008 20:15 - ARD
Ein deutsch-irakisches Country-Märchen
Wer bitte denkt sich so was aus: Im abgelegensten deutschen Provinzkaff taucht ein vollbärtiger Asylbewerber aus dem Irak auf, der erst dem halben Dorf den Line-Dance, einen uramerikanischen Reihentanz für Country-Freaks, so gut beibringt, dass es zur Teilnahme an der deutschen Meisterschaft reicht, dann der Wirtin der Dorfkneipe den Kopf verdreht und schließlich auch noch latente Fremdenfeindlichkeit besiegt und die deutsche Asylgesetzgebung ad absurdum führt. Westerwald goes Texas - mithilfe eines Irakers in Cowboystiefeln, der anfangs aussieht, wie frisch aus dem Al-Qaida-Camp!
- ‘Willkommen im Westerwald’ ist der Wahnsinn in ganz hohen Dosen, oder besser: ein Geniestreich.
Denn so dreist und politisch korrekt dieses Multi-Kulti-Country-Märchen von Drehbuchautorin Beate Langmaack (’Hat er Arbeit?’, ‘Leben wäre schön’) und Regisseur Tomy Wigand (’Polly Blue Eyes’) auch konstruiert wurde, es ist doch ein Film, der aus der Masse der Fernsehkomödien herausragt: charmant und leicht, aber niemals seicht geht’s an ein großes Thema heran. Obwohl: Eigentlich erleben Ahmad (Pasquale Aleardi) und Saloon-Wirtin Katja (Lisa Martinek) nur die vielleicht schönste, in jedem Fall originellste Liebesgeschichte des Fernsehjahres. (…)
Aber dahinter steckt eine Geschichte, die zu Herzen geht: Ahmad verlor bei einem Bombenanschlag seine Familie, und später fiel auch noch sein bester Freund einem Anschlag zum Opfer: Es war ein junger GI aus Texas, für den der gebildete Iraker als Dolmetscher arbeitete. Von diesem Amerikaner hat Ahmad auch die Tanzschritte erlernt. (…)
Und Die WELT schreibt dazu:
“Ein Iraker zeigt Deutschen den Cowboy-Tanz” von Peter Zander, 6. August 2008
So was können ja eigentlich nur die Briten. Sozialkritische Themen in Komödien verpacken, ohne sie dadurch zu veralbern. Gerne auch kombiniert mit exotischen Freizeitgestaltungen. Wie etwa “Ganz oder gar nicht”, wo Arbeitslose per Chippendale-Strip neues Selbstbewusstsein entwickeln. “Brassed Off - Mit Pauken und Trompeten”, wo die Blaskapelle eines Bergwerks gegen die Stilllegung seiner Mine anbläst. Oder “Kick It Like Beckham”, wo die Integration der indischen Minderheit über Frauenfußball glückt. So ähnlich arbeitet auch der SWR-Fernsehfilm “Willkommen im Westerwald”, wo das brisante Thema Asylpolitik mit Line Dance verknüpft wird. Regisseur Tomy Wigand und Drehbuchautorin Beate Langmaack haben sich da ganz offensichtlich vom New British Cinema inspirieren lassen.
Die Kulisse des Westerwalds wurde dabei wohl nur deshalb ausgewählt, weil erstens die Einwohner als “Basaltköpp”, also als dickköpfig gelten. Und zweitens, um die Verbindung zum Western herzustellen, was auch gleich im Vorspann mit einem Pistolenschuss durchs Ortsschild vorgegeben wird. Aber es geht hier keineswegs um das vielfach beschworene deutsch-amerikanische Verhältnis. Der Western-Touch kommt erst in die Sporen, als im Asylantenwohnheim von Weilershagen, von den Einheimischen als “Hammelburg” diffamiert, ein Iraker auftaucht.
Der ist nicht etwa, wie man annehmen könnte, vehementer Gegner der Bush-Invasion. Im Gegenteil: Als Dolmetscher hat er für die Amis gearbeitet und sich mit einem Texaner befreundet. So kommt er in Cowboystiefeln im Westerwald an und trödelt, von deutscher Asylpolitik zum Nichtstun verdonnert, nicht im Heim herum, sondern tanzt einsam am Steg. Und bringt der netten Wirtin von nebenan, die eine Saloon-ähnliche Cafeteria führt, die ersten Schritte bei. Das ist schon eine ur-komische Grundkonstellation: dass hier die Deutschen, einst luftbrücken-beglückt, jetzt bush-kritisch, ausgerechnet durch einen Iraker wieder an den American Way of Life herangeführt werden. Da prallen gleich drei Welten aufeinander. (…)