What would Germany look like without America?

I do not really want to imagine how Germany would look like without America. Take just take one example:
This year is the 60th anniversary of the Berlin Airlift.
On June 24, 1948, the Soviet Union blocked access to the three Western-held sectors of Berlin by cutting off all rail and road routes going through Soviet-controlled territory in Germany. The next day, General Lucius D. Clay, the commander of the U.S. occupation zone in Germany, gave the order to launch a massive airlift using both civil and military aircraft (ultimately lasting 321 days) that flew supplies into the Western-held sectors of Berlin over the blockade during 1948–49. And not only supplies - they also dropped candy bars and bubble gum with little parachutes for all the Berlin children.
On May 11, 1949 Stalin lifted the USSR’s blockade. Freedom had prevailed.
When I take the A 5 motorway from Darmstadt to Frankfurt I can see the Berlin Airlift Monument at the Rhein-Main Air Base. And it makes me think not only of the Berlin Airlift, but of all the good that America has done to Germany: Liberation from the nazis, reconstruction after WW II, Marshall Plan, re-education, German reunification …
And despite all this there are people in Germany who claim “time off for gratefulness”. As if 60 years would be enough. As if gratefulness was a burdon they are unwilling to carry any longer. That is beyond me. To me gratefulness is a very positive, spontaneous, natural feeling, nothing that has to be forced on me.

I feel it when I see the Airlift monument. And I felt it as a kid when I saw all these white crosses and white stars of David on the green grass in Normandy. A lifetime is not enough to be grateful for what America has done for us.

But instead a lot of people are denouncing American imperialism and blame America for the bad in the world. This reminds me of the famous scene in “Life of Brian” in which the question is raised: What have the Romans ever done for us?

REG: All right, but apart from the sanitation, the medicine, education, wine, public order, irrigation, roads, a fresh water system, and public health, what have the Romans ever done for us?
XERXES: Brought peace.
REG: Oh. Peace? Shut up!

(Read the whole scene here and more about it on No Pasaran!: “Monty Python on American Imperialism” and on the Axis of Good: “What have the Americans ever done for us?”)

Sadly, Wolf Biermann might well be right when he says: “The Germans will never forgive the Americans, that they have to be grateful towards them.”

Mathias Döpfner used this quote in a great speech on the message of the Berlin Airlift: “Die Botschaft der Luftbrücke”, Die WELT, 14. Januar 2008. Excerpts:

(…) Berlin ist, seiner Mentalität nach, die amerikanischste Stadt Deutschlands. Jeder kann hier was werden, and if you can make it here, you can make it everywhere.
Warum sind, dieser Nähe zum Trotz, Berlin und ganz Deutschland derzeit so antiamerikanisch wie nie? Ist das wirklich alles nur Anti-Bushism, und alles wird wieder gut nach der nächsten Präsidentenwahl?
Ich fürchte, die Sache gründet tiefer. Seit Jahrzehnten gibt es in Deutschland einen rechten kulturnationalistischen und einen linken antikapitalistischen Amerikahass. Dieses Gefühl hat hier wie da viel mit Minderwertigkeitskomplexen und Neid zu tun. Man mag die großen Jungs nicht, wenn sie erfolgreich sind, und deshalb freut man sich besonders, wenn sie mal auf die Nase fallen – im Nahen Osten oder anderswo.
Die beste und tiefste Erklärung für deutschen Antiamerikanismus aber hat Wolf Biermann gegeben: „Die Deutschen werden den Amerikanern nie verzeihen, dass sie ihnen dankbar sein müssen.“
Und dankbar sein müssen wir: für die Befreiung von Adolf Hitler, für die Hilfe beim Wiederaufbau in demokratischer Souveränität, für die Luftbrücke und die Solidarität zu Berlin, für das Vertrauen in ein friedlich wiedervereinigtes Deutschland und für die enormen Investitionen, die seit 1945 aus den USA nach Deutschland geflossen sind. Derzeit sind etwa 220 Milliarden Dollar von Amerikanern hier investiert.
Ja, es ist im deutschen Interesse, ein gutes Verhältnis zu Amerika zu haben. Und deshalb hoffe ich für das Jahr 2008: dass es uns gelingt, dieses Verhältnis wieder zu verbessern, hier von Berlin aus. Und ich wünsche mir, dass wir dabei mit amerikanischem Pragmatismus vorgehen.
Sie kennen doch die Geschichte:
Ein amerikanischer und ein deutscher Brückenbauer wetten, wer schneller bauen könne. Nach 18 Monaten telegrafiert der Amerikaner: Noch zehn Tage, und wir sind fertig! Telegrafiert der Deutsche zurück: Noch zehn Formulare, und wir fangen an!
Für diese Brücken brauchen wir keine Formulare. Wir brauchen nur gesunden Menschenverstand. Und klar erkannte und bekannte Interessen. Henry Kissinger, der Erfinder der Interessenpolitik, hat vor Kurzem die Krise des deutsch-amerikanischen Verhältnisses so beschrieben: „Amerika hatte seinen Flirt mit der Hegemonie, und Europa hatte seinen Flirt mit moralischer Selbstgerechtigkeit.“
Kissinger sprach, ich hoffe zu Recht, in der Vergangenheitsform. Lassen Sie uns nach vorne schauen: Es geht nur gemeinsam. Amerika wird als Hegemonialmacht die Probleme dieser Welt nicht lösen. Und wir machen uns mit moralischer Selbstgerechtigkeit lächerlich und werden überrollt in der asymmetrischen Auseinandersetzung des freien Westens mit fundamentalistischem, islamistischem Terror. Wir brauchen Amerika, wirtschaftlich, außenpolitisch und sicherheitspolitisch – und vor allem als Alliierte in einem toleranten, weltoffenen Wertesystem der Freiheit.
Und dabei können wir vor allem eines von unseren amerikanischen Freunden und ihren historischen Taten hier in Berlin und andernorts lernen: den heiligen Ernst der Idee, ohne den verbissenen Eifer der Ideologie. Anders gesagt: dass es wichtig ist, in großen und grundsätzlichen Fragen keine kleinen Zugeständnisse zu machen. Denn wer kleine Zugeständnisse macht, dem wird man als Nächstes große Zugeständnisse abverlangen. Und irgendwann hat man nicht nur die Achtung, sondern auch die Auseinandersetzung verloren. Ein bisschen Sozialismus geht nicht, ein bisschen Frieden gibt’s nicht. Das galt 1948, und das gilt 60 Jahre später.
Ganz gleich, ob Sicherheitspolitik, Außenpolitik oder Wirtschaftspolitik – die Botschaft der Luftbrücke ist, dass es sich manchmal lohnt, um eine halbe, eigentlich verlorene Stadt zu kämpfen. Man kann ein ganzes Land, man kann die Idee der Freiheit damit gewinnen.