Hier kann ich mich Dirk Maxeiner und Michael Miersch (wie meistens) nur anschließen.
Ausschnitte aus Ihrer Kolumne “Danke” erschienen in DIE WELT am 21.12.2007:
Nun steht Weihnachten vor der Tür und auch deutsche Soldaten sind für ihr Land in der Ferne im Einsatz. Sie werden das Fest in irgendwelchen unbehausten Feldlagern in Afghanistan verbringen, im Kosovo oder auf Schiffen vor der libanesischen Küste. (…) Wie dankt Deutschland seinen „Jungs und Mädels“, die da draußen für unser Land, unsere Freiheit und unsere Sicherheit den Kopf hinhalten? Mehr als siebzig Bundeswehrsoldaten sind bis heute bei Auslandseinsätzen ums Leben gekommen. Doch wo bleibt die Empathie der Bürger, die sonst doch bei jeder Gelegenheit so leicht abrufbar ist? Egal ob Licht aus fürs Klima oder Lichterketten gegen rechts, es mangelt ja keineswegs an Aktionen, mit denen die Deutschen „ein Zeichen setzen“. Wäre Weihnachten nicht eine schöne Gelegenheit, auch einmal ein Zeichen der Verbundenheit und Wertschätzung für unsere Soldaten und Soldatinnen zu setzen? Wo bleiben unsere Fernsehsender, Boulevardzeitungen, Promis und Großunternehmen, die doch sonst keine Gelegenheit auslassen, sich im Glanze guter Taten zu sonnen? Wo bleibt eine phantasievolle und liebenswerte Bürgeraktion in dieser Sache? Oder ist die ganze Dankbarkeit für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft 2006 drauf gegangen? (…)
Unter den Bundeswehrsoldaten in Afghanistan und anderswo macht längst das Wort von der „gesellschaftlichen Ignoranz“ die Runde, die die Deutschen den Auslandseinsätzen ihrer Armee entgegen bringen. Das verhuschte Desinteresse der Nation an ihrem Einsatz ist beschämend. Sie haben viele Leben gerettet, viel Unheil verhindert und segensreiche Aufbauarbeit geleistet. Wir können stolz auf sie sein. Nichts gegen Fußball, aber denken wir an Weihnachten auch mal an die etwas wichtigere Nationalmannschaft. Die hat auch ein paar positive Emotionen verdient. Wenn Sie in diesen Tagen einen Bundeswehrsoldaten sehen, dann sagen sie ihm stellvertretend für seine Kameraden im Ausland doch einfach mal Danke. Das wäre vielleicht ein Anfang.