Angela Merkel, die Klima-Queen

Eigentlich müsste ich mich ja über die heutigen Schlagzeilen in der WELT mit Angela Merkel freuen, schließlich habe ich sie ja gewählt:

„Merkel feiert einen Klima-Kompromiss“, „Triumph der Gastgeberin“, „Ein Riesenerfolg“.

Allein mir fehlt der Glaube. Insbesondere was die angeblich nah bevorstehende Klimakatastrophe betrifft. Ich denke zwar durchaus, dass es Klimawandel gibt, im Laufe von Jahrhunderten von Tausenden von Jahren. Aber eine akute Bedrohung? Nein. Manchmal kommt es mir so vor, als sei die Klimadiskussion nur eine willkommene Gelegenheit, von den eigentlichen Problemen abzulenken.

Auch meine Lieblingszeitung macht da keine Ausnahme. In der WELT vom 30. Mai 2007 waren auf der ersten Seite Angela Merkel und Nancy Pelosi zu sehen. Darunter war zu lesen:

„Beide waren sich einig, dass nur eine globale und nachhaltige Bewegung gegen den Klimawandel den Planeten als Schöpfung Gottes erhalten werde.“

Oh là là! Geht es auch eine Nummer kleiner?

Erst auf Seite 6 derselben Zeitung wurde dann über die Ankündigung wirtschaftlicher Sanktionen gegen den Sudan von Präsident Bush berichtet („USA verschärfen Sanktionen gegen Sudan“).

Eine rein hypothetische Zukunftsgefahr erhält mehr Aufmerksamkeit als ein tatsächlich stattfindender Völkermord.

Natürlich, und das muss ich zugeben, ist es attraktiver, gleich die ganze Welt zu retten, als nur ein Land in Afrika. Und bequemer ist es obendrein: Einfach den BILD-Zeitungsaufkleber „Rettet unsere Erde – Ich mache mit!“ besorgen und aufs Auto pappen. Fertig.