Aus dem Demoaufruf zum Global Day for Darfur in Berlin am 29. April:
Stoppt das Morden in Darfur!
Vier Jahre nach Beginn des Völkermordes im Westen des Sudan ist die Lage der Zivilbevölkerung in Darfur schlimmer denn je zuvor: 400.000 Menschen sind dem Genozid schon zum Opfer gefallen, 2,6 Millionen Menschen mussten flüchten und die Gewalt hält weiter an. Dörfer werden bombardiert, Menschen werden vergewaltigt und vertrieben.
Die Zeit läuft ab für die Menschen in Darfur. Vor drei Jahren hat die Afrikanische Union einen Waffenstillstand vereinbart und Friedenstruppen entsandt. Doch bis heute wird die Zivilbevölkerung nicht wirksam vor Gewalt und Menschenrechtsverletzungen geschützt.
Deswegen wird das weltweite Bündnis “Globe for Darfur” am 29. April 2007 den dritten Global Day for Darfur veranstalten. Zum ersten Mal wird auch die deutsche Beteiligung über eine Pressekonferenz (wie beim letzten Mal) hinausgehen. Bitte setzen Sie sich mit uns dafür ein, dass die Europäische Union aktive Schritte unternimmt, um den Völkermord in Darfur zu beenden.
Bitte schließen Sie sich unserem Protestzug durch Berlin an, der am 29. April 2007 um 10 Uhr vom Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor zum Potsdamer Platz läuft, auf dem um 11 Uhr 30 eine Abschlusskundgebung stattfindet.
Reden werden Micha Brumlik und Hannes Stein, sowie Ulrich Delius von der Gesellschaft für bedrohte Völker.
Wir brauchen Ihre Unterstützung: Durch Werbung (auf der Homepage etc), auf der Straße, am Mikrofon und auf der Unterstützerliste!
Richard Herzinger auf WELT ONLINE über die “Hohle Rhetorik um Darfur” , 25.04.2007:
(…) Die Europäer, die sich doch stets so gerne in ihrer humanitären Prinzipientrue sonnen, scheinen mit der Lage in Darfur jedenfalls ganz gut leben und ganz gut schlafen zu können. Dabei wäre in Darfur eine humanitäre Intervention klassischen Zuschnitts nötig, ein Eingreifen jenseits aller geostrategischen Interessen, nur um der Rettung von Menschenleben willen. UN-Truppen müssten die Zufahrtswege für Hilfelieferungen an die verfolgte Bevölkerung in ihren Verstecken außerhalb der zerstörten Dörfer und in den Flüchtlingslagern sichern, damit die Menschen erst einmal überleben können. Dann müssten die Verhandlungen um eine “politische und diplomatische Lösung” weitergehen, das wäre doch wohl die richtige Reihenfolge.
Aber so viel interesselosen Idealismus scheinen die sich gerne als interesselose Idealisten präsentierenden Spitzen der EU am allerwenigsten aufbringen zu wollen. Und so geht das Morden weiter, offenbar noch verstärkt, damit die blutige Arbeit zu Ende gebracht ist, bevor sich die sogenannte Weltgemeinschaft das eines schönen fernen Tages möglicherweise doch nicht mehr gefallen lassen will. (…)