40.000 Tonnen Diplomatie - 40.000 tons of diplomacy

These days there is a lot of talk about diplomacy. Our pro-Israel demonstration was criticised for being too undiplomatic, and there are still people who are calling for more intense diplomatic efforts regarding Iran (I have just heard Barack Obama on heute journal). Well, maybe President Bush has heard these calls. He has sent a second aircraft carrier to the Persian Gulf - 40.000 tons of diplomacy.

Dieser Tage wird viel über Diplomatie geredet. Unsere pro-Israel Demonstration wurde als zu undiplomatisch kritisiert, und es gibt immer noch Leute, die nach intensiveren diplomatischen Bemühungen in Bezug auf den Iran rufen (ich habe gerade Barack Obama im heute journal gehört). Nun, vielleicht hat Präsident Bush diese Rufe ja gehört. Er hat gerade einen zweiten Flugzeugträger in den Persischen Golf geschickt - 40.000 Tonnen Diplomatie.

As heute journal is not yet online, I cannot yet link to it. But the title of the report is already online: “Threat scenario in the Gulf region - How the USA create fear of Iran”. Do they really want to tell us that President Ahmadinejad who wants to destroy Israel is not dangerous? That the US are “sexing up” the dossier and Ahmadinejad is a really nice guy?

Gerne würde ich ja jetzt schon auf das heute journal verlinken, aber die Sendung ist noch nicht online, da sind die Kollegen von den tagesthemen einfach schneller. Aber die Themen sind schon online und da heißt es: “Drohkulisse am Golf - Wie die USA die Angst vor dem Iran schüren”. Soll wohl heißen, dass Präsident Ahmadinejad, der Israel vernichten ist, gar nicht gefährlich ist, die USA Panikmache betreiben und Ahmadinejad in Wirklichkeit ein echt netter Kerl ist.

Update 01.02.07: Und hier der Link zum heute journal mit Ausschnitten:
heute journal, 31.01.2007, 21:45 Uhr, Moderation Claus Kleber

Anmoderation Claus Kleber (18:06-18:57):

Das amerikanische Militär hat in Washington brisante Informationen durchsickern lassen. Man habe Beweise dafür, dass Iran, Waffen und Kämpfer in den Irak schleust und damit das Leben amerikanischer Soldaten dort gefährde. Das ist nicht wirklich überraschend, die Vermutung lag schon lange nahe, dass die Mullahs ihren schiitischen Glaubensbrüdern im Nachbarstaat im Kampf gegen die Besatzungsmacht – wie sie es sehen – helfen. Was diese kleine Nachricht so interessant macht, sagt unser Korrespondent Thomas Walde, ist, wie perfekt sie passt zu immer aggressiveren Tönen der Regierung Bush. „Wir glauben, dass das Verhalten Irans nicht ohne Antwort bleiben darf.“ „Antwort“ ist eine interessante Wortwahl, denn Amerika redet gar nicht mit dem Iran, jedenfalls nicht mit Worten, dafür mit Flugzeugträgern.

Ausschnitte aus dem Bericht von Thomas Walde:

Die Bush-Regierung forciert ihre Diplomatie gegenüber dem Iran, wenn auch nur getreu dem alten Spruch aus Washington, wonach ein Flugzeugträger 40.000 Tonnen Diplomatie darstellt. Ein zweiter ist jetzt auf dem Weg in den Persischen Golf, begleitet von verbalen Breitseiten.
O-Ton Präsident Bush: „Wenn jemand versucht, unsere Truppen anzugreifen oder unser Vorgehen behindert oder unschuldige Zivilisten im Irak angreift, dann werden wir ihn stoppen.“
O-Ton Robert Gates: „Unsere Truppen sind autorisiert, gegen jeden vorzugehen, der sie umbringen will.“
Das richtet sich gegen den Iran. (…)
Zudem erhöhen die USA den Druck auf europäische Staaten. Die sollen die von den UN gegen den Iran verhängten Sanktionen wegen seines Atomprogramms verschärfen. Die Bush-Regierung muss sich dabei vorwerfen lassen, das Problem eines auftrumpfenden Irans mit geschaffen zu haben. (…)
Die Bush-Regierung wird die Geister nicht los, die sie selbst gerufen hat. Statt auf Verhandlungen setzt sie auf Konfrontation. Die Flugzeugträger sollen auch zeigen, dass die USA trotz der Probleme im Irak mit dem Nachbarn Iran fertig werden können.

Claus Klebers Fazit:

Da braut sich etwas zusammen.

Und wer ist schuld?
Im Deutschland dieser Tage eine rein rhetorische Frage. Übrigens in dem ganzen Bericht kommt das Wort „Israel“ kein einziges Mal vor. Auch wird keine der unzähligen Drohungen des iranischen Präsidenten erwähnt. Sehr ausgewogene Berichterstattung. Ich bin beeindruckt.