Was vom Jahre übrig blieb – Remains of the year

Es begann mit einer wunderschönen Losung: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“ Gefolgt von dem Erschrecken darüber, dass dieses wunderschöne Versprechen in einem der grausamsten Kapitel der Bibel steht.

In Israel ist der Frieden zum Greifen nahe. Ariel Scharon hat eine neue Partei gegründet „Kadima!“, vorwärts soll es gehen. Bei den Wahlen kann er nicht mehr antreten. Seit Januar liegt er im Koma.

Eine dänische Zeitung veröffentlicht Mohammed-Karikaturen. Ein Entrüstungssturm fegt durch die islamische Welt. Dänische Flaggen und westliche Botschaften brennen, die dänischen Karikaturisten erhalten Morddrohungen. Auch heute noch. Längst nicht alle westlichen Zeitungen drucken die Karikaturen nach.

In Holland wenden sich die eigenen Nachbarn gegen Hirsi Ali, sie betrachten ihren Kampf gegen den Islamismus nicht als ihren eigenen Kampf. Hirsi Ali verlässt ihr Land. In den USA ist sie willkommen. Geert Wilders, ein holländischer Abgeordneter, muss sich vor Islamisten verstecken. Manchmal übernachtet er im Gefängnis.

Der Winter dehnt sich – trotz der viel zitierten globalen Erwärmung – ewig, sogar im Mai noch Bodenfrost. Aber dann pünktlich zur WM kommt der Sommer. Wie eine fröhliche, entspannte Brise weht er durch das Land. Die Welt ist zu Gast bei Freunden und die Deutschen feiern entspannt und fröhlich ein großes Fest mit den Gästen aus aller Welt.

Noch während der WM werden israelische Soldaten entführt. Die Hisbollah feuert Tausende von Raketen auf Israel. Israel verteidigt sich. Auf beiden Seiten zu viele Tote, im Libanon vor allem weil die Hisbollah ihre eigenen Landsleute als menschliche Schutzschilde benutzt.
Eine Resolution bringt einen Waffenstillstand und verlangt die Entwaffnung der Hisbollah. Diese rüstet wieder auf und versucht, die Macht im Libanon an sich zu reißen. Anti-syrische Politiker werden ermordet, zuletzt Pierre Gemayel.

Der Papst hält eine Rede, in der er die Rechtfertigung von Gewalt durch Religion strikt ablehnt. Er verwendet ein islamkritisches Zitat eines byzantinischen Kaisers und wieder rollt ein Sturm der Entrüstung durch die islamische Welt. Papst-Puppen werden verbrannt, Kirchen in Brand gesetzt, eine Nonne wird ermordet.
Sie hieß Leonella.

Viel ist dieses Jahr die Rede vom so genannten Euro-Islam, einem modernen aufgeklärten Islam. Einige seiner prominentesten Vertreter verlassen Europa. In Richtung USA. Andere erhalten Morddrohungen.

Und das ganze Jahr über laufen Verhandlungen mit Präsident Ahmadinedschad. Kurz vor Weihnachten werden immerhin Sanktionen verhängt. Ahmedinedschad bezeichnet diese als ein Stück Papier.
Der Baker-Bericht meint, man solle mit Iran und Syrien reden. Vielleicht verrät er uns 2007 auch über was.