Mit Iran und Syrien reden …

Mit Iran und Syrien reden soll also laut ISG zur Lösung des Irak-Konfliktes beitragen. Das ist ein bisschen so, als ob man den Brandstifter bitten würde, das Feuer zu löschen, das er selbst gelegt hat. Absurd – wobei es hat auch einen gewissen Charme. Denn der Brandstifter weiß natürlich am besten, wo und wie er den Brand gelegt hat. Aber warum sollte er helfen? Weil er im Gegenzug die Bombe haben darf? Um später an anderer Stelle dann ein richtiges Feuerwerk zu zünden?

In einem Anfall von Größenwahnsinn meinen ja immer mehr Europäer, die USA sollten von Europa lernen. Dabei verhandelt Europa doch nun schon seit Jahren mit dem Iran. Ohne Erfolg. Ganz im Gegenteil, mit jedem Verhandlungstag kommt Ahmadinedschad der Atombombe einen Schritt näher. „Stick and carrott“ funktioniert einfach nicht. Auch nicht „good cop, bad cop“. Forget it. Der Typ mag nichts Süßes. Noch nicht einmal Ferrero-Küsschen. Es stimmt schon, was in der BILD-Zeitung über Fischer und Nahost stand: „Er war in seiner Amtszeit ungewöhnlich oft dort und hat ungewöhnlich wenig erreicht.“ *
Das einzige, was helfen könnte, wären Sanktionen. Aber dagegen sperren sich Russland und China. Schlechte Aussichten für Europa. Die Atombombe könnte Israel und Europa erreichen, nicht die USA. Die Europäer werden sich George W. Bush noch zurückwünschen. Denn der hatte zum 60-jährigen Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie versprochen: „And we would do it again for our friends.“ Und dieser Präsident hat bislang gehalten, was er versprochen hat. Haben die so genannten „Realisten“ in Washington erst das Sagen, kann Europa sich warm anziehen. Wer ist denn vom russischen Gas abhängig? Alt-Kanzler Schröder meint ja, die Deutschen müssten ihn loben. ** Ich werde noch an ihn denken, wenn ich mir hier den Arsch abfriere. Im besten Fall. Was sonst noch alles passieren könnte, will ich mir jetzt gar nicht ausmalen.
Schließlich ist heute der 2. Advent.

* BILD-Zeitung, 22.07.2006, S. 2, Claus Jacobi „Mein Tagebuch“:
„Grüne haben ihren Ex-Außenminister Fischer als Vermittler für Nahost vorgeschlagen. Erfahrungen im Krisengebiet besitzt er zweifellos. Er war in seiner Amtszeit ungewöhnlich oft dort und hat ungewöhnlich wenig erreicht.“

** WELT am Sonntag, 22.10.2006, “Die Medienkampagne für das Schröder-Buch” von Margaret Heckel
„Die Kritik an seinem Job als Aufsichtsrat des Gazprom-Joint-Ventures mit zwei deutschen Firmen kann er nicht verstehen. Die von ihnen gebaute Öl- und Gaspipeline durch die Nordsee sei in deutschem Interesse: `Insofern hatte ich mir eigentlich Lob erwartet. Aber das war wohl eine überzogene Erwartung.`”